Kreuzbund: Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige.
Der Kreuzbund (Familie beim Lesen)

Geschichte

10 Jahre Kreuzbund LV bzw. DV in Sachsen, im Bistum Dresden Meißen

„Eine offizielle Betreuung der Suchtkranken setzte beim Caritassekretariat Zwickau 1961 ein. In den Jahren vorher wurde auch schon etwas getan – aber nur, wenn eine besondere Notlage eintrat. Vom Caritasfürsorger konnten Betroffene nach Berlin-Weißensee ins St. Josef Krankenhaus vermittelt werden. In der DDR war dies das einzige kath. Krankenhaus, das Langzeitentwöhnungsbehandlungen anbot. Als Vorbedingung zur Aufnahme im Josef Krankenhaus stand aber die Forderung, die Nachsorge durch die zuständigen Fürsorger im karitativen Bereich zu sichern. Um dies zu realisieren wurde im Dezember 1985 im Dekanat Zwickau, im Caritasheim in Blankenhain, erstmalig ein Informationswochenende für Alkoholkranke bzw. Gefährdete durchgeführt. Geleitet von dem neu nach Zwickau gekommenen Fürsorger Herrn Rölle, von Herrn Pfarrer Wenzel aus Crimmitschau und von der Leiterin der Caritas Suchtberatung Dresden Frau Burgard. Aus diesen Teilnehmern bildete sich 1986 die erste angeleitete Caritas Gruppe. Die Gruppe traf sich wöchentlich im Wechsel in Zwickau und Crimmitschau. Diese Gruppenarbeit unterlag einer ziemlichen Fluktuation, einige Leute kamen nicht mehr andere sind dazugekommen. Erfahrungen auf dem Gebiet der Selbsthilfe gab es in unserer Gruppe nicht.

Nach dem Umbruch 1989 unternahmen wir die 1. Anstrengungen um mit dem Kreuzbund ins Gespräch zu kommen. 1990/91 im Rahmen der Städtepartnerschaft Zwickau und Dortmund kam Herr Rölle, beim Besuch des Caritasverband Dortmund e.V. auch mit Vertretern des Kreuzbund in Kontakt und es erfolgte vom Kreuzbund Diözesanverband Paderborn die Einladung zu einer Arbeitstagung. An dieser Tagung nahm 2 Gruppenmitglieder teil. Dieses Wochenende war der Beginn neuer Freundschaften. Im März 1992 nahmen wir zu viert am Helferseminar in Dortmund teil und im Oktober dieses Jahres konnten wir mit 30 Gästen vom Kreuzbund Paderborn ein Wochenende im Caritasheim in Blankenhain erleben. An diesem Wochenende kam es zum Abschluss einer Patenschaft. Die Neuanmeldung der Kreuzbundgruppe Crimmitschau erfolgte am 21. April 1992 bei der Bundesgeschäftsstelle. Die erste Gruppenteilung fand im Januar 1994 statt und es wurde die 2. Kreuzbundgruppe im Dekanat gegründet. Im Caritasheim in Blankenhain erfolgte im April 1994 wieder ein Wochenende zum Erfahrungsaustausch mit 30 Kreuzbundmitgliedern aus Dortmund. Im Januar 1995 musste die Gruppe in Crimmitschau geteilt werden und damit gab es 3 Kreuzbundgruppen in dieser Region. Kurz vor der Gründung des Kreuzbund Landesverband Sachsen 1996 entstand die 2. KB Gruppe in Zwickau. Die Kreuzbund Selbsthilfegruppen in Zwickau konnten den Gruppenraum der Beratungsstelle der Caritassuchtberatung bis Dezember 1996 nutzen. Durch den Umzug des Caritasverband Dekanat Zwickau e.V. in die neuen Räume in der Reichenbacher Straße in Zwickau wurde auch für den Kreuzbund ein Raum bereitgestellt. Durch die enorme Kürzung der Fördermittel 1997 mussten wir diesen Raum jedoch zum 31.12.1997 kündigen. Die Miete für das Jahr 1997 konnte nur durch die große finanzielle Unterstützung des Diözesan Caritasverband bezahlt werden. Die Kündigung dieses Raumes im Haus der Caritas veranlasste u.a. die Kreuzbundmitglieder in Zwickau zur Kündigung ihrer Mitgliedschaft beim Kreuzbund. Durch diese Kündigung hatten wir die erste große Bewährungsprobe zu bestehen.

Am 05.11.1998 kam es zu einem ersten Gespräch mit Vertretern einer Lausitzer Selbsthilfegruppe im Malteser Krankenhaus in Kamenz. Im Januar 1999 konnte die Kreuzbundgruppe Ralbitz in Hamm angemeldet werden. Am 08.02.2003 wurde der Landesverband Sachsen zum Diözesanverband Dresden-Meißen. Am 13.11.2003 erhielten wir eine e-mail von einem Kreuzbundmitglied aus Leipzig, vorher Würzburg. Es konnte nach einem Treffen in der Geschäftsstelle in Crimmitschau die Kreuzbundarbeit in Leipzig beginnen.

Die meisten sächsischen Gruppen und Verbände werden über die im Mai 1991 gegründete Sächsische Landesstelle gegen die Suchtgefahren und deren im Oktober 1991 gegründeten Fachausschuss Selbsthilfe vertreten.